Zum Inhalt springen
Verkehr Publikum Foto: SPD-Seelze

6. März 2020: Verkehr in unserer Stadt - Nachbereitung

Gutbesuchte Informationsveranstaltung der Seelzer SPD im Restaurant Flügels - Rad und Bus ganz oben auf der Prioritätenliste - Regionsdezernent Franz kündigt Korrektur der Streichung von Buslinien an

Die Überlegungen, die Buslinie 572 zu streichen, sollen baldmöglichst korrigiert werden. Das be-tonte Regionsdezernent Ulf-Birger Franz für Verkehr, Wirtschaft und Bildung einer Veranstaltung der Seelzer SPD. Franz versicherte, dass ein „Abhängen“ von wichtigen Versorgungsgebieten von „regiobus“ und „Üstra“ im Zuge einer Wirtschaftlichkeitsüberprüfung der Busangebote nicht das Ziel gewesen sei. Die Eingaben und Apelle von Fahrgästen und aus den betroffenen Kommunen seien - wie im Fall Seelze/Harenberg - sehr ernst genommen worden. Er hob die besondere Rolle der Region Hannover als Scharnier zwischen den lokalen, regionalen und landesweiten Planungen und Projekten hervor.

Region verkehrspolitisch stark im Bundesvergleich

Wir sind im Bundesvergleich stark. Die Situation westlich von Hannover sei ihm wegen der Mehrfachbelastung durch Verkehrs und Versorgungstrassen bewusst. Insbesondere der Kfz-Verkehr sei ein Problem auch auf Kreisstraßen durch die Stadtteile. Deshalb setze die Region mit Üstra und regiobus und beim Radfahrverkehr wichtige Akzente. Er unterstütze deshalb leistungsfähige Radwegekonzepte oder Ideen wie die „Seelze 8“ der örtlichen SPD, damit der Stadtteile bedarfsgerecht besser verbunden und zentrale Einrichtungen auch ohne Auto erreicht werden können.

Gleichzeitig warnte der Dezernent vor einer Überforderung des ÖPNV-Angebots in der Region.

Rund 130 Millionen Euro mache die Finanzierung des ÖPNV derzeit im Haushalt der Region aus. Forderungen nach kostenlosen Transport oder Verkehrsangeboten, die am Ende nur von ein oder zwei Fahrgästen im Schnitt genutzt würden, gingen zu Lasten der notwendigen Qualitätsverbesserung. Derzeit konzentriere man sich u. a. auf die Beschaffung klimafreundlicher Fahrzeuge und die Verstärkung der Busangebote, die mit großer Wahrscheinlichkeit das Umsteigen vom Auto auf Bus oder Schiene begünstigen. Die Entwicklung der Fahrgast-zahlen unterstützen dieses Konzept.

Dennoch, so Franz, sei er offen für konstruktive Vorschlage aus den Kommunen und Nutzern des ÖPNV.

Er nehme deshalb aus Seelze mit, dass es den dringenden Wusch gibt, die Verbindung zwischen Seelze und Garbsen zu ertüchtigen und - wie vom Vorsitzenden des Seniorenbeirates der Stadt Seelze Hans Werner Weiss gewünscht – die Sternverkehre durch „Querverbindungen“ wie ein Spinnennetz sinnvoll zu ergänzen.

Seelze ist keine verkehrspolitische Insel

„Seelze ist keine verkehrspolitische Insel“, hatte Ratsherr Heinrich Aller in einem Kurzvortrag anhand konkreter

Anforderungen an die Verkehrspolitik Seelzes dargestellt. In unmittelbarer Nachbarschaft an die Landeshauptstadt Hannover und überregionaler Verkehrswege wie Autobahn, Durchgangsstraßen, Schiene, Kanäle und Flugverkehr sei die Stadt auf die Zusammenarbeit mit Partnern angewiesen. Das gelte für den Dauerbrenner „Leinesprung oder Alternativen“ und ganz aktuell für Planungen, die ICE-Trasse Bielefeld-Hannover beschleunig auszubauen und die Kreuzung mit der SüdLink-Trasse. „Verkehrspolitik betrifft uns alle – als Verkehrsteilnehmer oder Anlieger, Verkehrsbehörden, Polizei oder die Politik“, machte der der SPD-Politiker mit einer Bilderserie deutlich. Die Liste von Beschwerden aus allen Stadtteilen zu Tempo, Parken und Gefährdungen sei lang. Ein umfassendes „Entschleunigungskonzept“ statt unübersichtlicher Beschilderung bei fehlenden Kontrollen sei angesagt.

Mut zur Verkehrswende

Die SPD-Landtagsabgeordnete Claudia Schüßler begrüßte die Initiative der Seelzer SPD, Thema „Verkehr in unser Stadt“ öffentlich zu diskutieren. Verkehr sei komplex und nicht immer leicht. „Wir müssen den Mut haben, mit vielen kleinen Schritten zur Verkehrswende beizutragen!“ sagte die Abgeordnete. Es sei wichtig, vor Ort das zu erledigen, was die Kommunen leisten könnten. Bundes- und Landespolitik seien jedoch gefordert, wenn es um die Finanzierung von überregionaler Infrastruktur oder die Anpassung der gesetzlichen Vorschriften und Zuständigkeiten in Verkehrsfragen geht. Lösungsmodelle und StVO passen heute häufig nicht mehr zusammen.

Sie bot den Seelzern ihre Zusammenarbeit bei weiteren Themen an: „Verbindungen zwischen den Stadtteilen schaffen – Seelzer 8“ oder „Entschleunigung im Straßenverkehr – Tempo 30 mit Ausnahmen. Geht das?“ Dafür wünscht sich die Landtagsabgeordnete eine rege Beteiligung Interessierter.

Seelzer Dialog zum Verkehr wird fortgesetzt

„Das Thema „Verkehr in unserer Stadt“ bleibt ganz sicher ein Schwerpunkt der kommunalpolitischen Arbeit der SPD für Seelze! Die erfreuliche Zahl der Teilnehmerinnen von Teilnehmern, eine spannende Diskussion

und eine Vielzahl von interessanten Anregungen zu Verkehrsthemen aus den Stadtteilen und für die gesamte

Stadt ermutigen uns weitere Angebote folgen zu lassen“, fasste der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Reinhold Heinz am Ende das Ergebnis der SPD-Veranstaltung zusammen. Er sei sicher, dass der diesmal kurzfristig erkrankte PHK Ralf Handke von der Polizei Seelze schon sehr bald an der nächsten Veranstaltung „SPD im Dialog“ unter dem Motto „Was können wir in Sachen Verkehr tun?“ teilnehmen werde.

Verkehr Podium Foto: SPD-Seelze
Die SPD-Landtagsabgeordnete Claudia Schüßler und Regionsdezernent Ulf-Birger Franz (2. v.r.) standem dem Publikum in angeregter Diskussion Rede und Antwort. Reinhold Heinz (r.), SPD-Ortsvereinsvorsitzender) und Ratsherr Heinrich Aller (l.) führten durch das Programm „Verkehr in unserer Stadt“.

Vorherige Meldung: Verkehr in unserer Stadt

Nächste Meldung: Kundgebung 2.0 - Unser digitaler Tag der Arbeit!

Alle Meldungen